Geschichte

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1865 - Ein Tag in Werken

Die Geschichte der Brauerei beginnt mit Amandus Vanhonsebrouck. Der Gründer ist nicht nur der Bürgermeister von Werken, sondern besitzt auch einen eigenen Bauernhof mit einer Molkerei, Brauerei und Brennerei. Nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 1865 übernimmt Emile - eines der zehn Kinder - seine Aufgaben.
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1900 - Sint Jozef ist geboren

Emile lässt sich mit seiner Frau Louise De Poorter auf dem elterlichen Bauernhof in Werken nieder. Louise hat aber eine schlechte Beziehung mit ihrer Schwiegermutter. Das junge Paar entschließt sich deswegen, eine eigene Brauerei an einem anderen Ort zu errichten. Sie kaufen im Jahr 1900 einen kleinen Bauernhof in Ingelmunster, der Geburtsort von Louise. Die Sint Jozef Brauerei ist eine Tatsache.
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1922 - Nach dem Ersten Weltkrieg

Als Mutter von fünf Kindern leitet Louise die Brauerei auch erfolgreich. Ihr Ehemann Emile erweist sich für diese Aufgabe als wenig geeignet. Wenn Emile fast achtzig Jahre alt ist, beschließt Louise die Brauerei Sohn Paul zu überlassen. Zusammen mit seinem Bruder Ernest schafft er es, die Brauerei nach den Wirren des Ersten Weltkriegs zu bewahren.
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1930 - Erweiterung der Brauerei

Die Brüder sind ehrgeizig und schaffen es, die Brauerei mit einem vierstöckigen Neubau zu erweitern. Auf diese Weise schaffen sie Platz für eine Mälzerei, einen Lagerplatz für Gerste und Wassertröge. Das Erdgeschoss wird zu einem Fasslager mit fünfzehn Eichenfässern von 180 bis 250 Hektoliter. Neben diesen Innovationen bringen die Brüder auch ein saures, altes Braunbier auf den Markt, das rasch an Popularität gewinnt.
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1939 - Mit Bier bezahlen

Neun Jahre später wird die Renovierung mit einem neuen Brau- und Tankraum sowie einer Abfüllanlage abgeschlossen. Die Bruder zahlen die Hälfte der Arbeitsstunden in bar und die andere Hälfte mit Bier (damals war das noch möglich).
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1945 - Pils und Export

Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisieren die Brüder sich auch auf den Export und das Brauen von Pils. Trotz des geringen Einkommens, schaffen die Brüder es, ihren Kopf über Wasser zu halten.
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1953 - Luc an der Spitze

Wenn Paul in jungen Jahren schwer krank wird, muss ein Nachfolger gesucht werden. Da Ernest und seine Frau kinderlos geblieben sind, sollte eines der sieben Kinder Pauls ihm nachfolgen. Sein Sohn Luc beschließt, als Brauer zu studieren und lernt die Tricks des Handwerks in Wuppertal. Nach seinem Studium und Praktikum in der Wicküler-Kupperbrauerei ist er bereit, die Geschäftsführung zu übernehmen.
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1956 - Bacchus

Luc erkennt, dass die Sint Jozef Brauerei zu klein ist, um mit großen Pilsbrauereien mithalten zu können. Er beschließt daher, sich auf das alte Braunbier zu konzentrieren, dass er in Bacchus umbenennt. Er hört auf, Pils zu brauen und ändert den Namen der Brauerei in Vanhonsebrouck.
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1957 - Lambic im Leietal

Luc kommt bald die Idee, ein zweites Spezialbier zu brauen: die Gueuze. Dieser Bierstil wird bis dahin nur im Zennetal gebraut. Luc kauft Lambic-Würze von Van Haelen Frères in Uccle und pumpt es in Eichenfässer, in denen das Bacchus reift. Die Hefekultur wird auf diese Weise von einem Eichenfass zum anderen übertragen. Luc schafft es so, mit einer relativ geringen Menge Lambic-Würze, genug Lambic für seine eigenen Gueuze und Kriek zu produzieren. Die St-Louis Gueuze und Kriek werden im Jahr 1958 offiziell auf den Markt gebracht.
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1971 - Westflämische Lambic-Würze

Die St. Louis Biere sind ein großer Erfolg. Vor allem, wenn es sich herausstellt, dass die Lambic-Würze von Van Haelen Frères nach vielen Jahren jetzt ein Biotop in der Brauerei in Ingelmunster bildet. Mit anderen Worten: Die Brüsseler Lambic-Würze ist überflüssig geworden. Das St. Louis Bier kann jetzt in Westflandern gebraut werden.
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1978 - Beginn des Gueuze-Krieges

Vanhonsebrouck bietet Gueuze vom Fass an und ist damit der zweitgrößte Hersteller von Gueuze in Belgien. Ein Dorn im Auge des Konkurrenten Belle-Vue aus Brüssel. Als Marktführer muss Belle-Vue aber folgen. Der Wettkampf zwischen beiden bricht auch auf dem Fußballplatz aus. Anderlecht spielt mit dem Belle-Vue Logo auf den Trikots und Erzrivale Club Brugge mit dem St. Louis Logo. Der Gueuze-Krieg dauert lange, erhöht aber den Umsatz erheblich.
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1983 - Entstehung von Spezialbieren

Die Spezialbiere gewinnen rasch an Popularität. Daher beschließt Luc, ein neues Bier zu brauen: Brigand. Der Name ist ein subtiler Hinweis auf die Aufständischen während der französischen Besetzung im Jahre 1798.
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1984 - Prinzlicher Besuch

Der 'Koninklijke Kortrijkse Brouwersbond' besteht seit 75 Jahren und das muss gefeiert werden. Als Vorsitzender begrüßt Luc Prinz Albert und Prinzessin Paola. Ein Besuch mit den notwendigen Reden und Führungen. Am Ende schafft es Luc, Prinz Albert, der kein Bier trinkt, ein Glas Brigand trinken zu lassen. "Es ist Champagner", hört Prinz Albert Luc sagen, während er das Glas mit Argwohn trinkt.
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1986 - Brigand Gemeinde

Brigand ist auf dem Vormarsch und die Gemeinde Ingelmunster ist sich dessen bewusst. Im Januar beschließt die Gemeinde, Ingelmunster offiziell in Brigand Gemeinde umzubenennen. Die erste Brigandprozession findet im März statt, eine Tradition, die Jahren andauern wird. Die Familie Vanhonsebrouck hat ein Herz für Ingelmunster und das zeigt auch der Kauf des Schlosses Ingelmunster. Sowohl das Schloss als auch der Park sind für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Die Gemeinde hat auf diese Weise eine neue Touristenattraktion.
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1989 - Kasteel als Inspiration

Die Familie Vanhonsebrouck ist immer noch stolzer Besitzer des Schlosses Ingelmunster. Dieses Gebäude ist ebenfalls die Inspiration für Kasteel Donker, das erste Spezialbier des Kasteel Biersortiments. Einige Jahre später, 1996, folgen Kasteel Blond und Kasteel Tripel.
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1990 - Brüssel versus Ingelmunster

Die Brüsseler Lambic-Brauer sind nicht mit den westflämischen Gueuze und Lambic zufrieden. Sie bestehen daher auf einem königlichen Erlass, der die Bedingung enthält, dass beide Biersorten nur in unmittelbarer Nähe von Brüssel gebraut werden dürfen. Luc legt Beschwerde ein und bekommt mit diesem Argument Recht: "Wenn die Brüsseler behaupten, man könne in Ingelmunster keine Gueuze brauen, dann würde es sich verbieten."
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1997 - Approved by Michael Jackson

Im Jahr 1992 schlägt der Bierkenner Jef Van Den Steen vor, eine ungefilterte und flaschengegärte Variante der St. Louis Gueuze auf den Markt zu bringen. Auf diese Weise würde das Bier eine große Popularität gewinnen. Luc nimmt die Herausforderung an und präsentiert 1997, in Anwesenheit des verstorbenen Bierjägers ('Beerhunter') Michael Jackson, St. Louis Gueuze Fond Tradition.
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2001 - Einführung von Premium Fruchtbieren

Die St. Louis Premium Biere sind süße Fruchtbiere, die nach Kirschen, Himbeeren oder Pfirsichen schmecken. Diese frischen Durstlöscher werden auf Basis von Lambic hergestellt und enthalten wenig Alkohol.
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2007 - Ein Kasteel out of the box

Das neue Bier, Kasteel Rouge, ist auf Basis von Kasteel Donker hergestellt. Vor allem die Liebhaber von Süßkirschen mögen die neue Sorte des Kasteel Biersortiments. Der Erfolg von Kasteel Rouge ist auch schnell in Ost- und Westeuropa, Russland, China und den Vereinigten Staaten von Amerika spürbar.
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2009 - Fünf, vier, zwei

"Wissen Sie, was die Zahlen fünf, vier, zwei bedeuten?", fragt Xavier Vanhonsebrouck. Am 1. Januar 2009 folgt er seinem Vater Luc nach. In diesem Moment ist Xavier seit mehr als zwanzig Jahren in der Brauerei tätig, hauptsächlich im Verkauf und Export. Und diese Zahlen? "Ich bin der fünfte Vanhonsebrouck, der braut; der vierte, der am Ruhr in Ingelmunster steht; und der zweite, der nur Spezialbiere herstellt."
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2010 - Bier, das nach Portwein schmeckt

Was passiert, wenn man Kasteel Donker neun Jahre reifen lässt? Dann wird ein Bier mit Noten von Portwein hergestellt. Xavier will jedoch nicht so lange warten und fordert den Meisterbrauer Hans herauf, ein Bier mit den Merkmalen eines gealterten Kasteel Donker zu entwickeln. Das Ergebnis ist Cuvée du Château.
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2013 - Das Jahr der Herausforderungen

Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck profiliert sich als eine innovative Brauerei. Nach dem Erfolg des Cuvée du Château versucht der Brauer, Kasteel Tripel in gebrauchten Cognac-Fässern zu reifen. Das Trignac ist geboren! Das Indian Pale Ale boomt und gewinnt immer mehr an Popularität. Als Antwort auf das IPA wird Kasteel Hoppy mit einer Bitterkeit von 45 IBU hergestellt. Dabei wird das Bier nicht zur Hopfenbombe, sondern zu einem Bier leicht zu trinken.

Wie der Vater, so der Sohn. Genau wie Luc möchte Xavier eine Wette platzieren. Laut dem Hefeexperten Filip Delvaux ist es unmöglich, ein hoch fermentiertes Lagerbier herzustellen. Vanhonsebrouck beweist mit den Passchendaele das Gegenteil. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zonnebeke wird Passchendaele offiziell als ' remembrance beer' des Ersten Weltkriegs vorgestellt. Ein Teil des Erlöses geht an die Stiftung für die Instandhaltung von Kriegsfriedhöfen und Denkmälern in den Westhoek.

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2014 - Sympathischer Filou

Ein neues Jahr, ein neues Spezialbier. Mit Filou bringt Vanhonsebrouck ein Bier leicht zu trinken auf den Markt, das komplex ist, aber die Fans von Spezialbieren sofort begeistert. Der schelmische Schlingel - der Filou - halt den Biertrinker mit der Schleuder in der Hand im Auge. Filou gewinnt schnell an Sympathie und kann sogar dem Fußballverein KV Ostende, dem Basketballverein Filou Ostende und dem Volleyballverein Knack Roeselare helfen.
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2015 - When beer met chocolate

Vanhonsebrouck überrascht immer wieder mit neuen Aromen und Kombinationen. Das Tüpfelchen auf dem i ist das Barista Chocolate Quad, die perfekte Hochzeit zwischen Bier und Kaffee. Die Noten von Schokolade sind charakteristisch für dieses kräftige dunkle Bier mit hochwertigem Malz. Das Barista Chocolate Quad ist der ideale Abschluss einer Mahlzeit.

In demselben Jahr beschließt Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck mit der Seifenoper 'Thuis' zusammenzuarbeiten. In dieser beliebten Fernsehserie braut Eddy sein eigenes dunkles Bier. Fans wollen das Bier probieren und so beschließt Vanhonsebrouck, das Bier auf den Markt zu bringen. Slurfke, ein festes und dunkles Bier, ist geboren!

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2016 - Brauerei der Zukunft

Ein wichtiges Jahr für Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck ist angebrochen. Die Türen der alten Brauerei in Ingelmunster sind dauerhaft geschlossen und die neue Brauerei in Emelgem wird in Betrieb genommen. Der Bau des neuen Geländes dauerte zwei Jahre und kostete 40 Millionen Euro. Die neue Brauerei ist die modernste Europas. Die Produktion wird von 100.000 auf 200.000 Hektoliter erweitert.

Die Brauerei setzt nicht nur auf eine effizientere Produktion, sondern auch auf das Erlebnis für die Besucher. So gibt es ein Restaurant, in dem Besucher Gerichte auf Basis von Bier genießen können, und Michelle's Pub, ein gemütliches Pub, in dem alle Biere in Kombination mit einem kleinen Snack verkostet werden können. In der Bierboutique können Besucher alle Biere sowie Gadgets und Bierpralinen kaufen. Auch für diejenigen, die eine Firmenveranstaltung oder eine Hochzeit organisieren möchten, bietet Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck eine Vielfalt an Möglichkeiten.